Konfliktfähigkeit
"Konfliktfähigkeit bedeutet, Konflikte konstruktiv zu bewältigen!"
Konfliktfähigkeit bedeutet auch, Konflikte rechtzeitig zu erkennen, diese offen, direkt und fair auszutragen, wenn die Situation dies nicht ermöglicht, sie gegebenenfalls zu vermeiden oder mit ihnen leben zu lernen. Hierzu gehört die Fähigkeit, den Eskalationsgrad und die Art von Konflikten einschätzen zu können, ihren Kontext zu berücksichtigen und die eigenen wie die fremden Beiträge zu realisieren. Konfliktfähigkeit ist eine Haltung und ein Tun, die sowohl der Konfliktscheu als auch der Streitlust eine aktive und rücksichtsvolle Konfliktaustragung gegenüber stellt."
Bei einer konsequenten Konfliktverarbeitung sollte der jeweils privat erscheinende Konflikt auf seine gesellschaftspolitische Relevanz überprüft werden. Als Voraussetzung für eine solche Konfliktfähigkeitsdefinition gilt das Verständnis, dass Menschen immer in speziellen gesellschaftlichen Verhältnissen leben und von diesen geprägt sind. Es gilt daher, die soziologischen wie die psychologischen Aspekte in ihren Zusammenhängen sowie in den Konturen ihrer jeweiligen Relevanz zu beurteilen.
Das konsequente Miteinbeziehen soziologischer wie psychologischer Elemente kann allerdings zu einem großen Leidensdruck führen, da es zu keiner umgehenden Bewältigung der eigentlichen Ursache kommen kann. Dieser Leidensdruck würde aber seinen Ursprung nicht der blinden Umsetzung eines Konfliktes in mannigfache Symptome verdanken (wie neurotischer Leidensdruck) sondern der Empörung über ungerechte und Leiden schaffende Zustände.
Universität Wien
Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
A-1010 Wien
T: +43-1-4277-103 40



